Bundeswehr öffnet den Zeitzer Forst

Von Birger Zentner

Zumindest auf zwei Wegen soll es künftig wieder möglich sein, den Zeitzer Forst als Fußgänger oder Radfahrer zu nutzen. Diesen Vorschlag unterbreitete Montagabend in einer Sitzung des Kreisausschusses im Naumburger Landratsamt Oberst Claus Körbi, Chef des Landeskommandos Sachsen-Anhalt.

Sowohl bei der Bürgerinitiative (BI) „Kein Schuss im Zeitzer Forst“ als auch bei Landrat Harri Reiche (parteilos) und Gutenborns Bürgermeister Uwe Kraneis (SPD) fand das Zustimmung. Der BI-Sprecher Michael Kretschmer fand denn auch Dankesworte für das Angebot. „Allerdings haben wir uns mehr gewünscht, wenigstens einen Rundweg“, sagte er.

Vertrag wird aufgesetzt

Gültig wird die Freigabe, sobald ein entsprechender Vertrag unterzeichnet ist. Körbi sagte aber auch deutlich, dass die Begehung nur dann möglich ist, wenn kein Übungsbetrieb stattfindet, denn der Zeitzer Forst ist nach wie vor ein Übungsplatz der Bundeswehr. Die Übungstermine werde man allerdings mehrere Wochen vorher bekannt geben, so dass immer rechtzeitig klar sei, wann man im Zeitzer Forst spazieren und Rad fahren kann. Nach den Worten von Körbi wird die Bundeswehr mit Schranken und anderen Warneinrichtungen die baulichen Voraussetzungen schaffen, damit immer klar ist, wann der Forst betreten werden kann und wann nicht. Im Gegenzug fordert sie von den kommunalen Verwaltungen, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Reiche und Kraneis stimmten dem zu. Ein genauer Zeitpunkt, ab wann die neue Betretungsvereinbarung gelten soll, wurde am Montag noch nicht genannt.

Kritik an Schießplatz bleibt

Die Bürgerinitiative sowie die Vertreter der Anrainerkommunen hatten lange darum gerungen, dass der Forst wenigstens teilweise geöffnet wird. An der grundsätzlichen Haltung zum von der Bundeswehr geplanten Bau eines Schießplatzes ändere sich aber mit dieser Vereinbarung nichts, machte Kretschmer deutlich. Man wolle den Zeitzer Forst als Naherholungsgebiet haben und die Schießanlage verhindern. Um die Bundeswehr für das Waldgebiet zu sensibilisieren, überreichte Kretschmer an Körbi ein Buch über die Natur des Zeitzer Forstes.

Das Genehmigungsverfahren für den Schießplatz war im vorigen Sommer gestoppt worden. Die Bundeswehr arbeitet derzeit an einem neuen Gutachten. Zu dessen Inhalt äußerte sich Körbi nicht, aber es werden pünktlich zum 31. März vorliegen, sagte er.

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